Neu!
Ausstellung im Galeriehaus Nürnberg

 

„Die Bewahrten Tage“
 
 

Seit 1987 verwende ich in meiner Malerei eine 
Kombination zwischen Handdruck, 
Schablonenarbeit  und Malerei. 

Reihung und Wiederholung,  feine Differen-
zierungen und Positiv/ Negativformen sollen 
zusammen mit der Linie als Akzent und der 
Fläche als Basis spannungsreiche Kompositionen
schaffen. 
 

Die Intention meiner aktuellen Arbeit ist es,  im 
Raum neue Ansätze für Malerei zu finden. So 
entstehen u.a. bei den Tagesbüchern 
dreidimensionale Objekte, die Verbindungen
zwischen   Malerei, Fotografie,  Zeichnung und 
Text herstellen.

Das Hauptthema meiner Arbeit ist der Mensch
der bestimmt wird durch seine Umwelt und die 
verrinnende Zeit. 
 

 


Das Auf und Ab der Tage - 1994

„Die bewahrten Tage“, Bilder und Tagesbücher 
von Stefani Schneider
Auszug aus der Eröffnungsrede: Prof. Dr. Frank
Günter Zehnder

Bi-Pi´s Kulturgalerie, Köln -  Mai 1995
 

Das geheime Thema aller Arbeiten scheint  sie 
selber zu sein. 

Nicht in einem egomanischen, egozentrischen 
Sinne, sondern sie, Stefani Schneider auf  der 
einen Seite, auf der anderen alle Aspekte einer
wachen Zeitgenossenschaft des Registrierens 
und Abfühlen dessen, was um einen herum 
vorgeht. Es geht schließlich um das Verhältnis
zwischen beiden, zwischen Umwelt und 
Künstlerin, und darum, das zum Bildthema zu 
machen. Da ist dann eine innere Lust, eine sehr
strenge konsequente Mitschrift unserer Zeit, die 
sich wirklich in den letzten drei Jahren 
durchgesetzt hat. Und das geht gewissermaßen
bis vorgestern, bis zum 1. Mai. Ein Bild vom 1.
Mai, markiert durch einen mächtigen Elefanten, -
ein afrikanischer Elefant, den man im Gegensatz
zu den indischen Elefanten nicht zur Arbeit 
zwingen kann -, ist natürlich sehr hintergründig. 
Ihn als Mahnmal ins Bild zu setzen, - wieder vor
dem Hintergrund, daß der Elefant in vielen 
Kulturen der Welt ein Glückstier ist, das Kraft, 
Durchsetzungsvermögen und Zukunft 
prognostiziert -, ist sehr einfallsreich. Soweit 
geht also die Mitschrift. Ende 1992 haben Sie 
damit angefangen, Ihre Zeit zu stenographieren 
und festzuhalten. Ich denke, das ist ein sehr 
unverkrampfter und dennoch reflektierter 
Umgang mit Zeit, grundsätzlich auch mit 
unserer Zeit.
 
 

 

Sie nennt viele ihrer Arbeiten Tagesbücher. Das 
bedeutet: Bücher, die aus Tagen  bestehen, und 
nicht Bücher, die an Tagen geschrieben werden. 
Das sind nämlich Tagebücher. Tagesbücher sind 
die Zusammenfassung von Tagen. 
 
 
 

 


 
 

1992 hat sie mit dieser Serie „Die bewahrten Tage“ angefangen, und hat sie dann in Stunden- und Minutenbildern erweitert, also noch stärker komprimiert und auch analysiert. Sie hat Bücher erstellt, Bilder und Leporellos. 

Die Bildnotizen - einige Bilder heißen ja auch Notizen“ - stellen eine Berührung von Tagesbuch, also dem künstlerischen Produkt und Tagebuch dar. Wenn man sich in manche Bilder vertieft, erkennt man Mitschriften, Notizen, Einfälle, Reflexionen zum Tage oder zum Geschehendas eingefangen ist. Da koppeln sich diese beiden Elemente der Wahrnehmung und derWiedergabe.
Es sind freilich sehr persönliche Aussagen, sowohl im schriftlichen als immalerischen Teil, und sie haben einen sehr stark betrachtenden Hintergrund. Wenn mansie betrachtet, wenn man vor den Bildern steht, hat man oft ein wenig das Gefühl, manverletze die Intimsphäre weil man sich doch einmischt und teilnimmt an dem, was Stefani Schneider ganz persönlich in ein paar wenigen Minuten, vielleicht weit von hier er-lebt hat- Ausstellungen sind ja in der Regel ein Angebot von Bildern, Skulpturen, Graphiken oder was auch immer. 

Sie sind ein Angebot der Auseinandersetzung mit dem Kunstbegriff, sie sind auch ein Teilnehmen lassen am persönlichen Leben. Das, was Stefani Schneider präsentiert, ist ein sehr gewagtes Arbeiten, das mit der künstlerischen und auch mit der persönlichen Verletzlichkeit ein hohes Risiko eingeht und damit vielleicht sehr souverän zu leben gelernt hat. 

Prof. Dr. Frank Günter Zehnder
(Direktor Rheinisches Landesmuseum Bonn)

 

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